Warum auf die Emirate kaum noch geschossen wird
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Symbolbild: Skyline von Abu Dhabi mit Flagge der VAE · Foto: CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
⏱ 3 Min. · Politik & Welt · 2. August 2026
Wer heute in Dubai oder Abu Dhabi steht, erlebt Normalität – und fragt sich vielleicht, warum ausgerechnet die Emirate im Iran-Krieg derzeit weitgehend verschont bleiben. Die überraschende Antwort beginnt mit einer Korrektur: Zu Kriegsbeginn traf es die VAE am härtesten von allen Golfstaaten. Dass es inzwischen ruhiger ist, hat mehrere handfeste Gründe.
Erst am stärksten getroffen
Als der Krieg Ende Februar 2026 mit US- und israelischen Angriffen auf den Iran begann, traf Teherans Vergeltung binnen Tagen alle Staaten am Golf. Nach Daten des Konfliktbeobachters ACLED waren die VAE der am stärksten getroffene Golfstaat: Abu Dhabi und Sharjah wurden beschossen, auch Häfen und zivile Ziele; nach offiziellen Angaben gab es Tote und Dutzende Verletzte. Die Emirate reagierten hart – mit dem Bruch der diplomatischen Beziehungen zu Iran, Ausweisungen und eingefrorenen Konten.
Warum es ruhiger wurde
Erstens ließen die iranischen Angriffe auf den Golf über die Wochen insgesamt nach, während die Luftabwehr einen immer größeren Teil abfing – die Abfangquote stieg laut ACLED von rund 46 auf über 70 Prozent. Zweitens verlagerte sich der Krieg: Die jüngste Phase dreht sich vor allem um US-Angriffe auf den Iran, iran-nahe Milizen im Irak, Ägypten und die Straße von Hormus – nicht um die zivilen Wirtschaftszentren am Golf. Drittens hat Teheran wenig Interesse, seine wohlhabenden Nachbarn dauerhaft gegen sich aufzubringen, während Vermittlungs- und Deeskalationsgespräche laufen; zuletzt kündigte US-Präsident Trump an, geplante Angriffe auszusetzen.
Hinzu kommt die Diplomatie: Die Golfstaaten betonten, ihr Gebiet dürfe nicht für den Krieg genutzt werden. Staaten mit engen Drähten nach Teheran – allen voran Oman – wurden am wenigsten getroffen. Auch das hilft, die Lage über den Emiraten zu beruhigen.
Einordnung: Es ist eine Ruhephase, getragen von Militärtechnik und Diplomatie – kein Frieden. Die Lage bleibt fragil und kann rasch wieder umschlagen.
Quellen u. a.: ACLED, Atlantic Council, US Congressional Research Service, AFP. Symbolbild, CC BY-SA 4.0.




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