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Vom Kuhhüter zum Königshund: Was Corgis so besonders macht

Ein Pembroke Welsh Corgi · Symbolbild · Foto: CC BY 2.0

Ein Pembroke Welsh Corgi · Foto: CC BY 2.0


⏱ 3 Min. · Klima & Wissen · Stand: 31. Juli 2026, 10:05 Uhr

Die meisten kennen Corgis als die kurzbeinigen Lieblingshunde von Queen Elizabeth II. Dabei sind die Tiere ursprünglich etwas ganz anderes: robuste Arbeitstiere. Über Jahrhunderte trieben sie in Wales Rinder und Schafe – und wurden erst im 20. Jahrhundert vom Bauernhof an den Königshof geholt.


Ein Zwerg mit Job


Schon der Name verrät die Größe: „Corgi“ setzt sich aus den walisischen Wörtern „cor“ (Zwerg) und „gi“ (Hund) zusammen – Zwerghund. Die kurzen Beine waren kein Zufall, sondern Arbeitsvorteil: Flach über dem Boden konnte der Hund den Rindern in die Fersen zwicken und blitzschnell unter ausschlagenden Hufen wegtauchen. Eine walisische Sage erzählt sogar, Elfen hätten Corgis einst als Reittiere und zum Ziehen ihrer Kutschen benutzt – die hellen Zeichnungen im Fell gelten darin als Abdruck eines Feensattels.


Zwei Rassen, ein ständiges Missverständnis


Genau genommen gibt es nicht „den“ Corgi, sondern zwei Rassen: den Pembroke Welsh Corgi und den Cardigan Welsh Corgi, benannt nach zwei Grafschaften in Wales. Erst 1934 wurden sie offiziell als getrennte Rassen anerkannt. Der schnellste Unterschied: Der Cardigan hat einen langen Schwanz, der Pembroke fast keinen. Der Pembroke ist die bekanntere – und die königliche – Variante.


Die Hunde der Queen


Die royale Karriere begann 1933, als der spätere König George VI. seiner Familie einen Pembroke namens Dookie mitbrachte. Ihren eigenen ersten Corgi, Susan, bekam Elizabeth 1944 zum 18. Geburtstag. Susan wurde zur Stammmutter fast aller späteren Hunde der Queen: Über 30 Corgis besaß sie im Lauf ihres Lebens, viele davon aus ihrer eigenen Zucht in Windsor. In hohem Alter stellte sie die Zucht bewusst ein – sie wollte keinen jungen Hund zurücklassen. 2012 hatten die Corgis sogar einen Auftritt im Eröffnungsfilm der Olympischen Spiele in London, an der Seite von James-Bond-Darsteller Daniel Craig.


Fast verschwunden – dann Internetstar


So beliebt die Rasse wirkt: 2014 setzte der britische Kennel Club den Pembroke auf die Liste gefährdeter heimischer Rassen, weil die Zahl der eingetragenen Welpen unter 300 gefallen war. Gerettet hat den Corgi ausgerechnet das Internet – kurze Beine, breites Grinsen und der royale Ruf machten ihn zum Dauergast in sozialen Netzwerken und zu einem der beliebtesten Familienhunde der USA.

Einordnung: Der Corgi zeigt, wie aus einem vergessenen Nutztier ein Kulturphänomen werden kann. Zwischen Feensage, Kuhweide und Buckingham Palace bleibt am Ende vor allem eines: ein kleiner Hund mit erstaunlich großer Geschichte.


Fakten geprüft u. a. anhand von Britannica, American Kennel Club und Kennel Club (UK). Symbolbild · Foto: CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.

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